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Geschichte der Kreisstadt Siegburg

Weithin sichtbar prägt die Abtei auf dem Michaelsberg das Stadtbild Siegburgs. Vermutlich hat es bereits zu Zeiten der Franken (500-900 n. Chr.) im heutigen Stadtgebiet eine Siedlung gegeben, doch der Name Siegburg fiel erstmals im Zusammenhang mit der Gründung der Abtei im 11. Jahrhundert. Damals – um 1060 – vertrieb der Kölner Erzbischof Anno II. den Pfalzgrafen Heinrich aus dem Haus der Ezzonen aus seiner Befestigung auf dem Siegberg. Annos Sieg machte den Erzbischof von Köln für mehr als 200 Jahre auch zur stärksten weltlichen Macht am Mittel- und Niederrhein.

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Obwohl Machtpolitiker und in Köln auch gefürchteter und manchmal grausamer Stadtherr, war der Erzbischof als typisches Kind seiner Zeit gleichzeitig von ganzem Herzen gläubiger Kirchenmann. An Stelle der Burg auf dem Siegberg ließ er ein Kloster errichten, stellte es unter den Schutz des Erzengels Michael und gab es in die Hände von Benediktinermönchen. Mit Land und vielen Rechten ausgestattet, blühte dieses Kloster rasch auf.

Rund um den Siegberg, der schon bald „Michaelsberg“ genannt wurde, ließen sich Handwerker in der aufstrebenden Mittelstadt nieder und fanden insbesondere durch die Versorgung des Klosters Lohn und Brot. Der imposante Marktplatz im Stadtkern wurde schnell zu einem wichtigen Warenumschlagplatz. Zu Siegburgs wirtschaftlichem Aufstieg trug auch das dem Kloster verliehene Markt-, Zoll- und Münzrecht bei. Die erste Urkunde, die Siegburg als „Stadt“ bezeichnet, stammt aus dem Jahr 1182.

Die Abtei hat ihrem Gründer Anno immer ein ehrendes Angedenken bewahrt. In erster Linie sind es die Siegburger Mönche gewesen, die die Heiligsprechung jenes Mannes betrieben haben, der nicht nur Kirchenmann, sondern auch ein mächtiger und erfolgreicher Politiker war. 1183 war ihnen Erfolg beschieden. Seit damals blicken die Siegburger mit Stolz auf den heiligen Anno. Das 12. Jahrhundert sah die Siegburger Abtei auf dem Höhepunkt ihrer Bedeutung. Das Kloster behauptete sich als eigenständige Macht im Rheinland und wirkte weit darüber hinaus. Durch die Siegburger Mönche oder in ihrem Auftrag entstanden wichtige literarische Werke, kostbare Buchmalereien und vor allem der Kern des bedeutenden Klosterschatzes. Seine kostbarsten Stücke aus dem späten 12. und 13. Jahrhundert, sind erhalten geblieben. Sie befinden sich heute als Servatiusschatz in der Schatzkammer der Siegburger Servatiuskirche. Der Schrein mit den Gebeinen des Abteigründers hat seinen Platz in einer Seitenkapelle der Klosterkirche auf dem Michaelsberg gefunden.

Im späten Mittelalter verlor die Abtei einen Teil ihrer Bedeutung. Die Stadt zu ihren Füßen allerdings blieb weiterhin ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Neben dem Markt trugen dazu die Tuchmacher, die Gerber und – heute mit Abstand am bekanntesten – die Töpfer bei. Die Anfänge der Siegburger Keramikherstellung gehen in die Zeit um die Klostergründung zurück. Ausgangspunkt waren die besonders reinen Tone der unmittelbaren Umgebung.

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Auf dieser Basis entwickelte sich Siegburg zum wichtigsten Töpferort im Rheinland. Die Töpferwaren erreichten über die Handelswege der Hanse den gesamten Nord- und Ostseeraum. Im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert gelangte Siegburger Keramik auf niederländischen Schiffen in die ganze Welt. Entsprechend ist sie heute nicht nur in den Museen des Nord- und Ostseeraumes zu bewundern, sondern auch bis hin nach Südafrika oder Australien in Sammlungen vertreten. Eine letzte Blütezeit erlebte die Siegburger Keramikerzeugung um das Jahr 1600. In dieser Zeit hatten sich die Siegburger Töpfer auf höherwertiges, sehr helles Steinzeug spezialisiert. Besonders charakteristisch für diese Epoche waren die „Schnellen“, hohe und schlanke Krüge, aus denen an vielen europäischen Höfen getrunken wurde. Das Siegburger Stadtmuseum verfügt über eine bedeutende Keramiksammlung, die einen guten Überblick über die Formenvielfalt der Siegburger Keramik durch die Jahrhunderte gibt.

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Ende des 16. Jahrhunderts begann der Niedergang Siegburgs. Kriegerische Ereignisse, die letztlich im Dreißigjährigen Krieg (bis 1648) ihren Höhepunkt fanden, zertrümmerten die Grundlagen, auf denen Siegburgs Wohlstand geruht hatte. Die Siegburger Exportgewerbe mussten untergehen. Die reichsfreie Abtei Siegburg und die zu ihr gehörende Stadt waren zeitweise von spanischen und später schwedischen Truppen besetzt. Die Töpfer zogen ihre Konsequenzen und verließen im Verlauf von zwei Generationen Siegburg. Die Stadt Siegburg sank zu einem unbedeutenden Landstädtchen herab. Auch die Abtei – durch die Kriegsereignisse geschwächt – konnte der Stadt nur wenig Leben einhauchen. Sie verlor ihre Unabhängigkeit, die Reichsunmittelbarkeit im späten 17. Jahrhundert. Seit damals war sie zusammen mit den zu ihr gehörenden Orten Siegburg, Wolsdorf und Troisdorf Teil des Herzogtums Berg. Ihren absoluten Tiefpunkt erreichte die Geschichte von Berg und Abtei in der napoleonischen Zeit. Damals wurde das Kloster aufgelöst, die Stadt verlor die Institution, der sie ihre Existenz verdankt hatte. Die Wiederbesiedlung durch Benediktinermönche erfolgte erst gut 100 Jahre später im Jahr 1914.

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Jener Zeitraum der Siegburger Geschichte, der mit dem Übergang der Stadt an das Königreich Preußen im Jahr 1816 beginnt und der mit dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) endet, ist durch einen zunächst langsamen und dann immer schnelleren wirtschaftlichen Aufstieg geprägt. Anfänge des Wachstums vor 1840 sind in der Kreisstadtfunktion begründet, die Siegburg seit damals bewahrt hat. Im Jahr 1840 hielt dann die Industrie Einzug in die Stadt. Auf dem Siegfeld am Fuß des Michaelsberges siedelte sich die Kattundruckerei Rolffs & Comp. an. Hier wurden Baumwollstoffe bedruckt. Endgültig zur Industriestadt entwickelte sich Siegburg, als nach der Reichsgründung 1871 zwei staatliche Rüstungsbetriebe angesiedelt wurden, die Königliche Geschoßfabrik und das Königliche Feuerwerkslaboratorium. Waren hier anfangs erst einige tausend Menschen beschäftigt, so stieg diese Zahl zum Höhepunkt des Ersten Weltkrieges auf mehr als 20.000. Vor dem Kriegsende wirkte sich das positiv aus: Die Infrastruktur wurde entwickelt. So besaß Siegburg zeitweise drei Bahnhöfe und hatte schon sehr frühzeitig eine eigene Kanalisation und ein eigenes Gaswerk. Auch an Arbeitsplätzen gab es keinen Mangel, und der Handel lebte gut von den zahlreichen Arbeitern, die täglich nach Siegburg kamen. All das brach zusammen, als die staatlichen Werke mit dem Ende des Ersten Weltkrieges stillgelegt werden mussten

In den 20er Jahren zählte Siegburg zu den Orten mit den höchsten Arbeitslosenzahlen. Erst mit der Ansiedlung der Rheinischen Zellwolle (Phrix-Werke) in den 30er Jahren konnte eine gewisse Entlastung geschaffen werden. So bewahrte Siegburg auch über den Zweiten Weltkrieg hinaus seinen Charakter als wichtiger Industriestandort, eine Tatsache, die nach dem Ende der Zellwolleproduktion in den 60er Jahren ihre Lebensfähigkeit bedrohte.

Es gehört zu den bemerkenswertesten Entwicklungen der Geschichte Siegburgs, dass trotz ungünstiger Voraussetzungen in den späten 60er und frühen 70er Jahren der schwierige Wandel von der Industrie- zur attraktiven Einkaufs- und Dienstleistungsstadt gelang. Voraussetzung war die keineswegs unumstrittene Entscheidung zur Errichtung einer Fußgängerzone. Damit stärkte die Stadt ihre traditionelle, aber lange verschüttete Funktion als Handelsmittelpunkt der Region. Ergebnisse waren die Aufwertung des Marktes und die Ansiedlung zahlreicher neuer Geschäfte. Neue Dienstleistungsunternehmen folgten bald. Das historisch geprägte, zugleich aber auch moderne Siegburg ist heute das Versorgungszentrum für Menschen aus der ganzen Region Rhein-Sieg. Die alte Tradition als bedeutender Marktort ist damit wieder lebendig geworden.

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